Im Team läuft alles auf Englisch – don’t panic!

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Wird in Ihrem Team Englisch gesprochen? Vielleicht schon länger oder erst seit kurzem? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass zunehmend in Unternehmen die Kommunikation auf Englisch läuft.

Und das stößt nicht bei jedem gleichermaßen auf Begeisterung. Denn nicht jeder „switcht“ ohne Probleme einfach aufs Englische um.

Wieso wird in immer mehr Teams Englisch gesprochen?

Gründe dafür können sein, dass sich die Unternehmen internationaler aufstellen und sich stärker im globalen Markt bewegen. Konzerne wachsen international zusammen. Immer mehr KollegInnen sitzen in verschiedenen Ländern der Welt oder es gibt unterschiedliche Nationalitäten innerhalb des Teams. Da ist die verbindende, gemeinsame Sprache in der Regel Englisch.

Auch im alltäglichen Leben spürt man hier in Berlin die Internationalisierung überall. Da gibt es angesagten Kneipen die Speisekarten nur auf Englisch. Das Gleiche gilt für diverse englische Hinweisschilder, bspw. in Park- oder Kaufhäusern, wo selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass sie jeder versteht. Wird man von jemanden auf Englisch nach dem Weg gefragt, starten nur noch die wenigsten mit der Frage: „Sorry, do you speak English?“

Alles Englisch? Für viele kein Problem

Vielen MitarbeiterInnen bereitet die Umstellung auf Englisch keine große Schwierigkeit, da sie ohnehin fließend mehrsprachig unterwegs sind. Die jüngere Generation hat damit meist kein Problem. In den Schulen wird heutzutage Englisch bereits in der Grundschule vermittelt. Englische Filme und Serien werden gerne im Original gesehen, englische Musik gehört. Das ist Alltag von klein auf. Nach der Schule geht es für viele zum Work & Travel. Einige Studiengänge haben ihre Lehrveranstaltungen in Englisch. Kein Wunder also, dass es für diese Generation in den seltensten Fällen noch ein Problem ist, sich auf Englisch als Umgangssprache einzustellen.

Und wenn es doch ein Problem ist?

Für manche Mitarbeiter sieht das allerdings anders aus. Die Umstellung stellt sich nicht so einfach dar. Manchmal ist es schon lange her, dass man Englisch gelernt hat. Vielleicht hatte man gar kein Englisch in der Schule und/ oder man hatte lange Jahre keine Notwendigkeit sich auf Englisch zu verständigen.
Wenn dann die Unternehmenskommunikation auf Englisch wechselt, kann das Angst auslösen.

Tatsächlich stellt es einen großen Nachteil dar, nicht fließend Englisch sprechen zu können. Wenn Unternehmensinformationen, Teamziele etc. in Englisch verkündet werden, Meetings auf Englisch laufen sowie ein Großteil der Email-Kommunikation, ist man natürlich klar im Nachteil, wenn man nicht alles schnell versteht und sich auch nicht so differenziert ausdrücken kann, wie in der Muttersprache. Auch weitere Karriereschritte sind schwierig, wenn Englisch nicht sicher beherrscht wird.

Was hält davon ab Englisch zu lernen?

„Ach, wenn es doch so einfach wäre“, mag der/die eine oder andere stöhnen. Nicht jedem ist es gegeben, einfach furchtlos drauf los zu plappern und via learning-by-doing schnell sein Englisch-Niveau anzuheben.
Manche/r hat bewusst oder unbewusst mit einer Reihe von Blockaden zu kämpfen, die das Englisch lernen deutlich erschweren.
Da gibt es die Vorstellung, dass man eine Sprache erst perfekt beherrschen muss, bevor man sie sprechen kann. Und die Perfektion stellt so eine hohe Hürde dar. Da ist es völlig demotivierend ganz „klein“ zu beginnen.
Viele sind auch der Überzeugung, dass nur ein klassischer Sprachkurs die entsprechenden Sprachkompetenzen vermitteln kann. Wenn man sich die unendlich vielen Kursniveaus und die damit verbundenen Kosten diverser Anbieter betrachtet, kann einem schon schnell der Mut verlassen.
Einige sind auch der Meinung sie seien zum Sprachenlernen zu alt, nicht talentiert, hätten einfach ein schlechtes Gedächtnis oder nicht ausreichend Zeit zum Sprachenlernen.

Welche Aufgabe hat hier die Teamleitung?

Ganz wesentlich zum erfolgreichen Lernen ist die bewusste Einsicht, dass es notwendig ist, sein Englisch zu verbessern und die Entscheidung dieses auch aktiv zu tun.
Das mag vielleicht selbstverständlich klingen. Meiner Erfahrung nach gibt es aber viele, denen es schwerfällt, es sich wirklich zuzutrauen.
Entweder sprechen vermeintlich handfeste Gründe dagegen: „Ich muss mich abends und am Wochenende um meine Familie kümmern, da kann ich nicht noch Englisch pauken.“ Manche tragen auch unbewusste Blockaden mit sich herum und finden dann eine Menge vorgeschobene Gründe nicht mit dem Englisch lernen zu starten. „Ja, wenn die Firma mir keinen richtigen Kurs bezahlt, kann ich das ja gar nicht lernen.“
Für die Teamleitung ist es besonders wichtig, die unterschiedlichen Englisch-Niveaus im Team wahrzunehmen und die MitarbeiterInnen zum Lernen zu motivieren, die Nachholbedarf haben. Diese Motivation geht nicht über die reine Verordnung eines Englisch-Kurses oder das Verteilen eines Lernbudgets, sondern über ein Gespräch und den Umgang mit den gerade genannten möglichen Hürden und inneren Blockaden.

9 Tipps zum Englisch lernen?

Zunächst der Hinweis: Diese Tipps bzw. Anbieterverweise sind von mir rein subjektiv ausgewählt. Jeder Mensch lernt anders. Dementsprechend gibt es nicht den einen perfekten Tipp für jede/n.

  1. Desto niedriger das aktuelle Ausgangsniveau im Englischem ist, desto deutlicher sollte einem werden, dass das Lernen nicht eine punktuelle Maßnahme sein kann, sondern dass es dauerhaft für einen längeren Zeitraum in den Alltag integriert wird. Eine Sprache lernt sich in den seltensten Fällen im Schlaf über Nacht.
  2. Der Klassiker des Sprachenlernens ist der Sprachkurs. Dieser kann im Unternehmen während der Arbeitszeit stattfinden oder abends oder am Wochenende. Es gibt online- und offline Formate. Oder man bucht eine Bildungsreise ins englischsprachige Ausland. Die Anbieterauswahl ist enorm.
  3. Die aktuelle Lernforschung zeigt, dass das regelmäßige Lernen von kleinen Dosen nachhaltig erfolgreicher ist als die „Druckbetankung“ für einen Moment und danach wieder lange Pausen. Es ist besser jeden Tag 10-15 Minuten mit der Sprache beschäftigen als einmal im Jahr zum Sprachkurs gehen.
  4. Die Digitalisierung bereichert auch den Sprachlernmarkt. Es gibt eine Reihe guter Online- Sprachkurse, von denen einige sogar kostenlos nutzbar sind.
    Mit ‚Duolingo‘ kann man bspw. kostenfrei täglich in kleinen Dosen sein Englisch aufbauen bzw. auffrischen. Apps wie ‚Babbel‘ oder ‚Rosetta Stone‘youtube kosten etwas und bieten dafür zusätzlich fundiertere grammatikalische Erklärungen.
    Ein klarer Vorteil der Sprachlern-Apps ist, dass man sogenannte Leerlaufzeiten wie Bahnfahrten, Schlange stehen oder Wartezeiten bei Behörden oder Ärzten sinnvoll füllen kann. Zudem sind sie zumeist spielerisch aufgebaut und bieten schnelle Erfolgserlebnisse.
  5. Eine gute Idee ist es auch Filme, Bücher, Hörbücher, Serien oder Youtube Videos auf Englisch zu sehen, lesen und hören. Ist das Englisch Niveau zunächst noch nicht so gut, kann man bei Filmen Untertitel mitlaufen lassen oder Filme auf Englisch anschauen, die man bereits auf Deutsch gesehen hat.
  6. Englische Zeitungen, Podcasts und Sendungen bspw. von der BBC sind oftmals kostenfrei abzurufen.
  7. Um den meist besseren passiven Wortschatz auch aktiv werden zu lassen, ist es unabdingbar, soviel Englisch zu sprechen, wie möglich. Auch dafür gibt es neben bezahlten Kurs-Optionen eine Reihe kostenfreier Möglichkeiten.
    Auf Plattformen wie ‚italki.com‘, ‚speaky.com‘ oder ‚tandempartners.org‘ lassen sich Lernpartner finden, die Deutsch lernen möchten und einen Sprachaustausch suchen. Üblicherweise trifft man sich vor Ort oder online und spricht die Hälfte der Zeit in der einen Sprache, die zweite Hälfte in der anderen.
    Mit Apps wie ‚HelloTalk‘ ist das auch als Chat-Austausch möglich.
    Auf ‚meetup.com‘ findet man in seiner Nähe Veranstaltungen, Treffen, Billardabende oder ähnliches mit Schwerpunkt Sprachaustausch.
  8. Neben den vielen Möglichkeiten zum Englisch lernen in der Freizeit, bietet es sich natürlich auch während des Arbeitsalltags an, konsequent an der Verbesserung des Englischen zu arbeiten. Am besten installiert man sich auf seinem Handy oder Notebook eine Vokabel-App wie bspw. ‚leo.org‘. Nun schaut man möglichst viele neue Begriffe, Redewendungen und Vokabeln nach, die einem in Meetings und E-Mails begegnen. Um sich besonders schwierig zu behaltende Worte merken zu können kann es hilfreich sein, sie auf Post-its zu notieren und diese irgendwo im Sichtbereich zu platzieren.
  9. Haben Sie Mut, sich zunehmend mehr auf Englisch zu Wort zu melden.

Fazit

Zum Englisch lernen ist man nie zu alt.
Wird im Unternehmen Englisch kommuniziert ist eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Zusammenarbeit, dass man sich flüssig auf Englisch verständigen kann.
Das Beste ist so schnell wie möglich zu starten und sich die eigene Messlatte nicht zu hoch zu legen. Sie müssen kein universitäres Niveau im Englischen erlangen, um sich gut verständigen zu können.
Integrieren Sie das Englisch lernen in Ihren Alltag. Probieren Sie unterschiedliche Lernformate aus und nutzen Sie die, die Ihnen am meisten Freude machen.

Wollen Sie die Kompetenzen in Ihrem Team weiterentwickeln? Sprechen Sie mich gerne an.

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